###SKIPNAV###
Sie sind hier Startseite

Mitteilungen - Einzelansicht

26.10.2018

Pilger auf dem Martinusweg

3. Pilgeretappe Martinusweg

 

21 Pilger  –  immer noch zusammen  –  immer noch auf dem Weg zum

heiligen Martin nach Tours

 

Am 29.September Samstagmorgen kurz nach 7 Uhr entsandte uns Pfarrer Schulz mit dem Reisegefährten, dem Erzengel Rafael, aus dem Buch Tobit auf unseren Weg „der offenen Augen, offenen Herzen und offenen Türen“.

Unsere diesjährige Etappe ging von Ludwigsburg in 5 Tagen nach Bruchsal.

„Leben teilen- Gott begegnen“ – in einer Gemeinschaft mit Gepäck zu Fuß 5 Tage unterwegs

wird geteilt: das Wasser, das Vesper, die Blasenpflaster, die gefundenen Walnüsse, Trauben und Äpfel, aber auch die Gedanken und Sorgen, wie auch die Freuden, die einen gerade  beschäftigen.

Auf 114 km Wegstrecke über Felder und Wiesen und durch Wälder hat man endlich Zeit. Zeit zu sich selbst zu kommen, zum Partner, zur Nebenfrau, zum Nebenmann, zum Mitpilger…. und so zu Gott.

Neugierig wurden wir beäugt und ausgefragt von den Wasen-Besuchern in Dirndl und Lederhose, die mit uns im Zug nach Ludwigsburg saßen und standen, eigentlich hätten wir gleich in der S5 sitzen bleiben können bis Besigheim. Doch unser Pilgerpapa Markus (PPM) war streng. Auch Abkürzungen zu unserer Unterkunft im schönen Besigheim ließ er ‚diktatorisch‘ nicht zu. ‚Was wollt ihr denn so früh in der Unterkunft?‘. Für unseren Tagesimpuls fanden wir zwar keine offene Kirche, doch eine sonnige Wiese vor dem Rathaus von Ingelheim. ‚Einfach spitze, dass du da bist‘ durften wir uns zurufen.

Am Sonntagmorgen stimmte Uli Viereck mit uns mitten im historischen Besigheim „Morning has broken“ an. Da blieb keiner müde zurück.

Zeit nehmen wir uns vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Löchgau, um über den heiligen Martin und den Martinusweg zu sprechen und darüber, wie wichtig er in unserem Leben ist. So wichtig, wie auch die anderen Gemeindemitglieder, deren Gebetsanliegen wir einzeln gedenken. Jeder hat hier Gewicht, jeder wird gehört.

Weiter geht es um Tripsdrill herum hinauf zur Michaelskapelle aus dem 8. Jahrhundert nach Christus. Über den Weinbergen thront dieser wunderschöne Gebetsort. Wein probieren wir zum Abendessen in Lauffen, Schwarzriesling.

Bisher war uns das Wetter hold, warm und sonnig. Doch am Montagmorgen war es deutlich kühler und bewölkt. Da passte der Gedanke „Wo finde ich Gemeinschaft? Wo fühle ich mich geborgen?“ gut. Die Wegstrecke von Lauffen über Horkheim über den Heuchelberg nach Schwaigern war geprägt von nicht ganz abgeernteten Kartoffelfeldern, übervollen Apfel- und Birnbäumen, Zuckerrüben und noch mehr Weintrauben. Wir sahen zu, wie die große Erntemaschine Lemberger Trauben von den Rebstöcken schüttelte und erhielten ausführlich Auskunft vom Winzer selbst.

Bei all den kleinen und großen Hügeln oder auch nur bei den Weggabelungen ist eines immer wichtig: Sind auch alle da?! Zähl doch mal wieder durch! Insbesondere beim ausgewaschenen, steilen Abstieg vom Heuchelberg auf Schwaigern zu half jeder dem nächsten und gemeinsam kamen wir heil unten an.

Den Dienstagmorgen begannen wir gleich mit mehreren Geburtstagständchen für Uli Viereck. Spontan applaudierte auch der Bürgermeister von Schwaigern aus seinem Dienstzimmer heraus und ein netter Herr des Gemeinderates informierte uns über den örtlichen Landesherren, den Grafen von Neipperg, 100jährig, sehr fromm und beweglich bei der Kniebeuge vor dem Kreuz, wie es die Jungen nicht mehr können. Hier in der St.Martinskirche erhalten wir nicht nur freundlich Zutritt sondern auch einen Stempel für unser Pilgerheft. Frieden – pace e bene ist unser Thema heute.

So überqueren wir kurz vor dem Ottilienberg die Diozesan-Grenze zwischen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg. Über die Ravensburg kommen wir nach Sulzfeld und finden unseren Winzer und Herbergsvater gut vorbereitet. Für diejenigen, die im Ferienhaus im Garten übernachten dürfen, hat er schon den imposanten Kachelofen eingeheizt – herrlich! Die Wärme war auch nötig, da wir an unserem letzten Tag mit Nieselregen, dann kräftigerem Regen starten.

In Sickingen finden wir vor der St. Magdalena Kirche ein sonniges Plätzchen, loben Gott den Herrn und singen auch die Lieder der Extrablätter. Mit dem Lied „Spuren aus Licht“ schaffen wir es flotten Schrittes bis kurz vor Gochsheim zur Mittagspause in der Sonne unter Walnussbäume. Bis Münzesheim ist es nicht weit und wir erreichen mit einer früheren Bahnverbindung fast ohne Probleme unseren Heimatbahnhof Schwenningen 2 Stunden früher als vorgesehen.

Planung und Gottvertrauen standen uns bei.

Doch ohne das Mithelfen aller hätten wir es nicht geschafft. Jeder ist wichtig!

Im kommenden Jahr geht es weiter – hoffentlich wieder alle zusammen – hoffentlich schließen sich uns mehr an.

 

Pace e bene

 

Eure Martinuspilger



###GOTOP###